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Das Packhaus |
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| ein Ort, der in die Sylter Geschichte einging | ||||||||||||||||||||
| Das 1829 von den Kapitänen Jens Booysen und Jens Bleicken erbaute Packhaus am Hafen hat im Verlauf seiner Existenz eine ganze Reihe unterschiedlicher Nutzungen erfahren. Ab 1832 war hier das Kontor der Königlichen Zollstelle untergebracht, und 1854 wurde hier die erste (!) Poststelle der Insel eingerichtet. Vorher hatte man Briefe den Seefahrern oder Reisenden mitgeben müssen mit der Bitte, sie in Tondern oder Hamburg aufzugeben. Als sich im Revolutionsjahr 1848 die sogenannten Schleswig-Holsteiner gegen Dänemark erhoben, um eine drohende Einverleibung Schleswigs in das Königreich abzuwehren, fand im "Packhaussaale" eine Versammlung statt, an der sich, wie es heißt, 400 bis 500 Sylter Friesen beteiligten. Man agierte selbstredend gegen den König und sprach sich für eine Unterstützung der provisorischen Regierung in Kiel aus. Ab 1860 wurde das Packhaus dann bewohnt, u.a. von dem Düneninspektor Johannes Hübbe, der 1869 sein Amt antrat und in Keitum auch als letzter Landvogt "regierte". Zuvor hatte der Sylter Landvogt seinen Sitz in Tinnum gehabt, doch nach der dänischen Niederlage im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und der Einverleibung Schleswig-Holsteins durch Preußen 1866 wurde die Landvogtei nach Keitum verlegt; sie war nun erstmals auch für das zuvor dänische Listland zuständig. | ||||||||||||||||||||
Die Geschichte des Keitumer Hafens | ||||||||||||||||||||
| Vor dem Bau des Hindenburgdamms war der Schiffsverkehr die einzige Brücke zum Festland. Ebbe und Flut, Frost und Sturm verhinderten häufig die regelmäßige Versorgung der Insel mit lebenswichtigen Gütern. Kein Wunder, daß die Sylter überall dort kleine Häfen am Watt anlegten, wo auch bei Ebbe wasserführende Priele einst bis an die Küste reichten. Keitum nutzte nacheinander drei verschiedene Priele als Hafenzufahrt. Es ist also nicht weiter erstaunlich, daß sich Kapitäne hier ansiedelten, und der Ort sich damals zum größten der Insel entwickelte. 1801 genehmigte König Christian VII. die Anlage eines Lösch- und Ladeplatzes am Keitumer Ufer. Bereits 20 Jahre später waren Brücke und Priel hoffnungslos verschlammt. Die Kapitäne Jens Booysen und Jens Bleicken begannen 1821 mit dem Bau eines neuen Hafens, der einen ausgebaggerten Stichkanal mit einer Schleuse davor bekam, der Fähren, Austern- und Heringsfischern und Handelsschiffen zunächst sicheren Schutz gegen Sturm und Eisgang bot. Aber jede Flut brachte neuen Schlick. 1868 war auch dieser Priel total dicht, so daß der Hafen aufgegeben werden mußte. Von den Keitumer Hafenanlagen blieb nur das Packhaus. Alles andere ist unter dem heute grünen Vorland verschwunden. | ||||||||||||||||||||